Boyens Medien, das ist ein familiengeführtes Medienhaus, so vielfältig wie die Region. Auf dem Weg dorthin hat das Unternehmen viele Stationen hinter sich, die Höhen und Tiefen beinhalteten – 150 Jahre Mediengeschichte.

Wir schreiben das Jahr 1870: In Heide erscheint am 4. Januar erstmals der Heider Anzeiger, Vorgänger der Dithmarscher Landeszeitung und Ursprung des modernen Unternehmens, das heute als Boyens Medien firmiert.

Erster Herausgeber des Heider Anzeigers ist der Kaufmann Johann Andreas Ebel. In dieser Zeit weist die Zeitung noch keine Schlagzeilen auf; die Rubriken sind nur nach Städten und Regionen gegliedert.
Im Jahr 1883 übergibt Ebel das Zeitungsgeschäft an seinen Sohn Rudolf, der noch im selben Jahr stirbt. Seine Frau führt das Unternehmen in den folgenden Jahren, bis der Betrieb 1902 aufgrund der sinkenden Auflage an eine Auffanggesellschaft veräußert wird. Neuer Geschäftsführer und Gesellschafter wird drei Jahre später Friedrich Johnsen. Er ist der erste Geschäftsführer aus Reihen der Familie, die wir heute als Familie Boyens kennen.

24 Jahre lang führt Johnsen den Heider Anzeiger auf seinem Weg durch die Kaiserzeit durch den Ersten Weltkrieg bis in die Weimarer Republik. Die preußischen Pressegesetze bedingen, dass ganz im patriotischen Sinne berichtet wird. Auch die Schrecken des Krieges werden dadurch nicht in vollem Maße vermittelt. Illustrationen gibt es kaum, überregionale Themen werden Korrespondenzschriften oder anderen Zeitungen entnommen.

Wir sind im Jahr 1929 angelangt. Nach Johnsens Tod übernimmt sein Schwiegersohn Max Boyens die Leitung des Betriebs und bringt damit auch den Familiennamen ein, der bis heute erhalten ist. Er führt das Unternehmen in einer Zeit, die viele Umbrüche mit sich bringt, und hält sich dennoch durch die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit hindurch. In diesen 46 Jahren beginnt er den Betrieb auszubauen und umfangreich zu modernisieren. Er erwirbt die „Dithmarscher Landeszeitung“, die zu diesem Zeitpunkt die größte Tageszeitung Süderdithmarschens ist. Ein Jahr später gründet Boyens die „Westholsteinische Verlagsanstalt und Verlagsdruckerei Boyens & Co“, eine Kommanditgesellschaft.

Während der Zeit des Nationalsozialismus erscheint der Heider Anzeiger weiterhin regelmäßig, berichtet jedoch regimetreu und verkommt damit zu einem nationalsozialistischen Propagandablatt. Die genaue Unternehmensgeschichte wird sich später nicht mehr rekonstruieren lassen; auch Max Boyens und der Chefredakteur Richard Spangenberg werden sich zu diesem Thema bis zu ihrem Tod nicht äußern.

Der Krieg endet, Boyens erhält unter englischer Besatzung die Genehmigung der Militärbehörden, ein „Amtliches Nachrichtenblatt des Kreises Dithmarschen“ herauszubringen. 1949 ist es dann endlich soweit: Mit der Wiederzulassung von Zeitungslizenzen in der Bundesrepublik Deutschland erfolgt der demokratische Neubeginn der Regionalzeitung, die nun als Ganzes den Titel „Dithmarscher Landeszeitung“ trägt.

Max Boyens führt das Unternehmen in die neue Zeit, kauft weitere Zeitungen auf. 1957 erfolgt der Einzug in das Verlagshaus am Wulf-Isebrand-Platz, das Raum für Verlag, Buchhandel, Redaktion und Verwaltung des Unternehmens bietet. Im Jahr 1968 erfolgt die erste Erweiterung: die alte Druckhalle.

Am 4. April 1975 verstirbt Max Boyens. Die Geschäftsleitung geht an seinen Sohn Uwe über. Er ist es auch, der die Weiterentwicklung des Betriebs zum modernen Dienstleistungsunternehmen einleitet. Es folgen Meilensteine wie die Veröffentlichung eines Anzeigenblatts 1980, die Gründung eines Zustelldienstes 1990 und die Gründung der Abteilung „Boyens Online“ im Jahr 1996. Auch muss das Gelände immer wieder erweitert werden. So wird ab 1991 am Wulf-Isebrand-Platz ausgebaut; 1998 wird die Zeitungsdruckerei in Weddingstedt als modernste Druckerei ihrer Art an der Westküste eingeweiht.

Das Unternehmen wächst und gedeiht, die Auflage der DLZ/BZ wird durch neue Techniken und Maschinen auf über 27.000 Exemplare gesteigert. Uwe Boyens folgt den Veränderungen in der Medienlandschaft, und so erwirbt das Medienhaus Beteiligungen an verschiedenen anderen Unternehmen, beispielsweise dem privaten Hörfunksender „R.SH“, der dpa und dem mecklenburgischen „Blitz Verlag“.
Gemeinsam mit seinen Kindern Inken und Sönke, an die er den Betrieb 2004 übergibt, führt Uwe Boyens das Unternehmen ins 21. Jahrhundert.

Heute ist die Boyens Medienholding mit 320 Mitarbeitern zu einem Medienunternehmen herangewachsen, das Print- und Onlinemedien miteinander verbindet. Das Medienhaus unterhält unter seinem Dach die Tageszeitung, ein Anzeigenblatt, mehrere Magazine, einen Buchverlag, eine Online-Abteilung, eine Anzeigenabteilung mit angeschlossenen Online-Anzeigenexperten, eine Marketingagentur, einen Zustellservice, eine Zeitungsdruckerei, eine Druckerei für aufwendige Werbemailings und einen Telefonbuchverlag. Dazu kommen mehrere interne Abteilungen, die sich um den reibungslosen Ablauf innerhalb des Unternehmens sowie auch nach außen hin kümmern.
Damit ist Boyens Medien in der heutigen Medienwelt ganz vorne mit dabei – egal, ob es um klassische Printprodukte, Online-Strukturen, Zustelldienste oder Veranstaltungsorganisation geht. Das Medienhaus hat einen 150-jährigen Erfolgskurs hinter sich, dessen Ende auch in Zukunft noch nicht abzusehen ist.

Wulf-Isebrand-Platz 1-325746 Heide(0481) 68 86 0